Medizinische Forschung

"Epigenomprojekt" auch in Deutschland

Die noch weitgehend ungeklärte Frage, wie Umwelteinflüsse unsere Gene verändern, ist Gegenstand der Epigenetik. In einem in Konzeption und Größe dem "Humangenomprojekt" vergleichbaren neuen Projekt, dem "Epigenomprojekt" sollen neue Erkenntnisse über diese Prozesse gewonnen werden, was vor allem für die medizinische Forschung  große Chancen birgt. In ihm werden, anders als in früheren internationalen Großprojekten, auch Forscher aus deutschen Universitäten eine wesentliche Rolle spielen. 

Malaria-Medikament künstlich hergestellt

Einen Meilenstein in der Versorgung von Malariakranken könnte die kürzlich vorgestellte Forschung zweier deutscher Wissenschafler sein. Bislang wurde der Wirkstoff Artemisinin in einem aufwändigen Verfahren aus einjährigem Beifuss gewonnen. Durch die neue Methode könnte das Medikament von nun an wesentlich effektiver hergestellt werden.

Mehr getötete Tiere für Tierversuche

Trotz der Möglichkeit, Tierversuche durch Tests an gezüchteten Organen zu ersetzen, steigt die Zahl der getöteten Tiere für Versuche: 2010 waren es 2,8 Millionen getötete Tiere, das ist eine Million mehr als noch vor 10 Jahren. Grund ist oftmals die schlechte Planung von Experimenten, wobei die Anzahl der benötigten Tiere meist nur geschätzt wird. Im schlimmsten Fall muss dann das Experiment aufgrund zu geringer statistischer Aussagekraft wiederholt werden.

Ist Alzheimer übertragbar?

Neue Forschungen in der Alzheimer-Forschung gehen dem Verdacht nach, dass die Krankheit durch infektiöse Eweißmoleküle ausgelöst werden kann. Sollte sich dies bestätigen, so würde das Gesundheitssystem vor völlig neue Herausforderungen gestellt werden, beispielsweise wäre die Sicherheit von Bluttransfusionen in Frage gestellt.

Weltweit erste Studie mit embryonalen Stammzellen wurde frühzeitig beendet

Die kalifornische Biotechfirma Geron zieht sich aus der Finanzierung der weltweit ersten klinischen Studie mit Einsatz embryonalier Stammzellen zur Heilung von Querschnittsgelähmten zurück. Es gab zwar keine bedenklichen Nebenwirkungen aber auch keine Besserung der Symptome.

Einsatz fetaler Stammzellen zur Schlaganfalltherapie

Glasgower Forscher setzten fetale Stammzellen zur Schlaganfalltherapie ein. Die Stammzellen wurden direkt ins Gehirn injiziert. Der Erfolg ist ungewiss, die Methode ethisch umstritten.

Wirtschaft: Täuscht die Pharmaindustrie die Wissenschaft?

Wie kürzlich bekannt wurde, hat der Pharmakonzern Wyeth jahrelang systematisch Autoren für das Lancieren wissenschaftlicher Artikel bezahlt, um das Image der eigenen Produkte aufzubessern. Von dem Skandal sind mehrere Fachzeitschriften betroffen, was nun in einem Gerichtsverfahren offengelegt wurde.

Medizin: Der Placeboeffekt soll stärker genutzt werden

Wie der Wissenschaftliche Beirat der Bundesärztekammer erklärte, sollen künftig die Ergebnisse aus der Placeboforschung breitere Anwendung in der medizinischen Praxis finden. Notwendig für die Umsetzung scheint allerdings eine Arzt-Patienten-Beziehung zu sein, die stärker als bisher von Vertrauen, Fürsorge und Empathie geprägt ist.

Bewusste Wahrnehmung im Wachkoma möglich

Die bewusste Verarbeitung von Informationen bleibt im Wachkoma teilweise erhalten, wie Untersuchungen eines Forscherteams aus Cambridge belegten. Dies ist relevant für Rehabilitationsmaßnahmen.

Querschnittslähmung bei Ratten durch Aktivierung des Rückenmarks behoben

Forscher aus Zürich und Kalifornien brachten querschnittsgelähmte Ratten durch Stimulierung Hirn-unabhängiger Schaltkreise des Rückenmarks zum Laufen. Dabei wurden Medikamente mit  Elektrostimulation und Lauftraining kombiniert.

 
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