Forschung

Was kann und sollte die Synthetische Biologie?

Die alte Frage nach dem Leben scheint von der Synthetischen Biologie neu aufgerollt zu werden, indem sie sich daran macht, es herzustellen. Doch wie weit reichen die neuen Erkenntnisse dieser Forschung wirklich? Und wo stellen sich ethische Bedenken ein? In seinem SZ-Artikel beschäftigt sich Jörg Hacker mit der Frage, wie uns die Synthetische Biologie im Verständnis des Lebens weiter bringen kann - und wo ethische Grenzen zu ziehen sind.

Das Genom - was verstehen wir wirklich?

Sind einzelne Gene die Ursache bestimmter menschlicher Eigenschaften? Joachim Müller-Jung stellt in seinem FAZ-Artikel die Frage, wie viel wir vom Genom wirklich wissen - und ob die Datenfluten, wie sie in neuen Projekten zur "Enzyklopädie des Erbguts" generiert werden, zu wirklichem Verständnis der Bedeutung der Gene beitragen. Es scheint, dass wir zwar in der Lage sind, immer mehr Details zu finden, die Herausforderung für die Biologie liegt aber im Verständnis ihres Zusammenwirkens - das weit komplexer ist, als wir zu Beginn der Genforschung dachten.

DNA von Ureinwohnern verkauft - Ecuador klagt

Der Staat Ecuador klagt gegen amerikanische Forscher, die Erbgut eines Ureinwohner-Stammes ohne deren Einverständnis verkauft haben sollen. Die Koordination des Falls liegt bei der Zuständigen für nationales Kulturgut, womit die grundsätzliche Frage aufgeworfen ist, ob es sich bei indigener DNA um ein Kulturgut handelt. Anders agrumentiert Ecuadors Präsident, er sieht mit dem Verkauf der DNA die Menschenwürde der Ureinwohner verletzt. 

"Epigenomprojekt" auch in Deutschland

Die noch weitgehend ungeklärte Frage, wie Umwelteinflüsse unsere Gene verändern, ist Gegenstand der Epigenetik. In einem in Konzeption und Größe dem "Humangenomprojekt" vergleichbaren neuen Projekt, dem "Epigenomprojekt" sollen neue Erkenntnisse über diese Prozesse gewonnen werden, was vor allem für die medizinische Forschung  große Chancen birgt. In ihm werden, anders als in früheren internationalen Großprojekten, auch Forscher aus deutschen Universitäten eine wesentliche Rolle spielen. 

Wieder Wahlfang in Südkorea

Wie auf dem Treffen der internationalen Walfang-Komission bekannt wurde, möchste Südkorea in Zukunft wieder Wale fangen. Die Begründung lautete, dass die Bestände sich nach dem Walfangmoratorium seit 1986 erholt hätten und nun die Gefahr bestünde, dass andere Fischbestände vernichtet werden. Außerdem möchte die südkoreanische Regierung den Walfang zu Forschungszwecken nutzen.

Higgs-Teilchen entdeckt?

Die jahrzehntelange Suche nach dem Teilchen, welches vom Physiker Peter Higgs in den 1960er Jahren vorausgesagt wurde, könnte nun ein Ende haben. Wie die Forscher am CERN mitteilten, gebe es starke Hinweise darauf, dass das Teilchen entdeckt wurde, ohne welches im physikalischen Standardmodell  die Masse von Materie nicht erklärt werden kann.

Ist Gerechtigkeit eine Hirnfunktion?

Neue Forschungen am kindlichen Sozialverhalten haben gezeigt, dass die Fähigkeit zu gerechtem Entscheiden mit der Entwicklung des Hirns der Kinder korreliert. Jüngere Kinder wüssten zwar, was gerechtes Verhalten sei, könnten es aber im Gegensatz zu Älteren noch nicht umsetzen, so die Studie. Zu wirklich gerechtem Sozialverhalten bräuchte es vor allem die Fähigkeit zur Empathie, die sich erst im Laufe der Hirnentwicklung einstellt.

"Klassische" Pflanzenzucht mit Radioaktivität

Seit den 1930er Jahren stellt die radioaktive Strahlung eine gängige Möglichkeit zur Pflanzenzüchtung dar. Durch die künstlich gesteigerte Zahl der Mutationen lassen sich deutlich mehr Sorten erzeugen als über den natürlichen Evolutionsprozess hervorgebracht würden. Vor allem beim Bedarf nach gezielter Veränderung einzelner Gene stellt die Gentechnik heute jedoch ein geeigneteres Zuchtverfahren dar.

Marc Hauser: Vorwurf des wissenschaftlichen Fehlverhaltens

Marc Hauser galt (und gilt) als Star in seiner Wissenschaftsszene: Der amerikanische Evolutionsbiologe erlangte mit zahlreichen Studien und Büchern Berühmtheit. Seine Erkenntnisse gerade über die Entwicklung von Sprache und moralischer Urteile bei Tieren wurden intensiv rezipiert. Nun wirft ihm die eigene Fakultät an der Universität Harvard "wissenschaftliches Fehlverhalten" in acht Fällen vor. Hauser soll Datenmaterial aus Tierstudien zurückgehalten bzw. falsch analysiert haben.

Vorwurf von Stammzellforschern: Gutachter blockieren Fachartikel von Wettbewerbern

In der Szene der Stammzellforscher rumort es: 14 Wissenschaftler erheben in einem offenen Brief den schweren Vorwurf, dass mancher Wettbewerber seine Gutachter-Rolle bei Fachmagazinen ausnutze, um Beiträge von Konkurrenten zu blockieren.

 
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