Tierversuche der Universität Innsbruck nach Protesten abgebrochen

Die Universität Innsbruck hat nach massiven Protesten ihre Lawinenversuche mit Schweinen abgebrochen: Ziel des Projektes wäre es gewesen, in Zukunft die Überlebenschancen von verschütteten Lawinenopfern zu erhöhen und somit eventuell menschliche Leben zu retten, hatte der Leiter des Zentrum für Notfallmedizin Bozen, Hermann Brugger erklärt. Die Wissenschafter wollten Stoffwechselveränderungen von in Lawinen Verschütteten erforschen. Da der Stoffwechsel von Schweinen dem des Menschen sehr ähnlich ist, hatte man 29 Schweine narkotisiert im Schnee vergraben.

Die Proteste von Tierschutzorganisationen ließen nicht lange auf sich warten und führten schlussendlich zum Abbruch der Studie. Die öffentliche Sicherheit war gefährdet und ein Experimentieren in Ruhe nicht mehr gegeben", zitierte er ein Schreiben vonseiten der Wissenschafter von Donnerstag.

Herwig Grimm
, Tierethiker am Institut TTN, wurde hierzu von bayerischen Medien befragt: "Wenn fünf Menschen verschüttet sind und nur drei eine reelle Überlebenschance haben – dann kann ich durch solches Wissen Menschenleben retten.“ Der ehemalige Landwirt findet, es gibt unsinnigere Gründe für Tierversuche – "zum Beispiel für das hundertste Haarwuchsmittel". In Deutschland sterben jährlich mehr als 2,6 Millionen Tiere bei Versuchen. Grimm bittet darum, bei der Empörung keinen Unterschied zwischen den Tierarten zu machen: "Wenn das Projekt mit Ratten gemacht worden wäre, würde es niemanden interessieren."

Zum Artikel in der tz

Zur Beschreibung der Studie (Universität Innsbruck)