Anbauzahlen

Global

Die gut 30 Jahre alte Technologie zur Veränderung von Pflanzen wird mittlerweile in weiten Teilen der Welt angewendet. Nach Angaben des International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Application (ISAAA), das seit zehn Jahren jährlich die kommerziellen Anbauflächen erfasst, stieg 2008 die weltweite Anbaufläche von gentechnisch veränderten Pflanzen um 9,4 Prozent auf nunmehr 125 Millionen Hektar an. Dies entspricht der 3,5 fachen Größe Deutschlands. Gentechnisch veränderte Pflanzen (gv-Pflanzen) werden in mittlerweile 25 Ländern kommerziell genutzt. Die am meisten verwendeten Arten sind Soja, gefolgt von Mais und Baumwolle. Führend im Anbau von gv-Pflanzen sind nach den aktuellen Zahlen der ISAAA die USA, wo 2008 insgesamt 62,5 Millionen Hektar für gv-Pflanzen genutzt wurden. Mit großem Abstand folgen Argentinien (21 Millionen Hektar), Brasilien (15,8 Millionen Hektar) sowie Indien, Kanada und China.

Gentechnik in der Landwirtschaft eine Randerscheinung?

Gentechnisch veränderte Pflanzen machen mittlerweile einen wesentlichen Teil der Produktion von Soja, Baumwolle, Mais und Raps aus: 70% der weltweiten Sojaanbaufläche (gesamt 95 Millionen ha);  46% der gesamten Baumwolle (gesamt 34 Millionen ha); 24% von Mais (insgesamt 157 Millionen ha) und 20% der Gesamtanbaufläche von Raps (gesamt 30 Millionen ha).

Grüne oder Agrogentechnik in Europa und Deutschland

In Europa und insbesondere in Deutschland lässt sich ein ganz anderer Trend feststellen. Europarechtlich ist nur der Bt-Mais MON810 für den kommerziellen Anbau zugelassen. Dabei handelt es sich um eine gentechnisch veränderte Maislinie, die ein Gen aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis (Bt) enthält und ein Toxin produziert. Mit diesem Toxin soll vor allem der Maiszünsler bekämpft werden, ein Schadinsekt, das in Maismonokulturen auftritt. MON810 ist aufgrund von negativen Auswirkungen auf die Umwelt heftig umstritten.

In etlichen Ländern der EU ist der Anbau dieser Gen-Maislinie daher verboten, unter anderem in Österreich, Ungarn, Polen, Frankreich und Griechenland. In Deutschland hat der Anbau von Bt-Mais in den vergangenen Jahren zwar stetig zugenommen, allerdings auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Nach Angaben des Standortregisters des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wuchs sie im Jahr 2008 auf 3170 Hektar, 2007 waren es 2685 Hektar. Die meisten Anbauflächen befanden sich 2008 in Brandenburg (1347), Sachsen-Anhalt (1124) und Mecklenburg-Vorpommern (638). Im weltweiten Vergleich rangierte Deutschland auf Platz 22. Für 2009 hat das Bundesministerium für Landwirtschaft unter Berufung auf die nationale Schutzklausel den Anbau von MON810 verboten. Deutschland ist damit anderen europäischen Ländern wie Österreich, Griechenland, Luxemburg und Frankreich gefolgt.