Der TTN Essay Preis 2015 geht an Johannes Graßmann und an Daniel Wawrzyniak

„Tiere sind unsere Mitgeschöpfe.“ Dieser Satz erfreut sich seit geraumer Zeit hoher Zustimmung. Bei Heimtieren wie Hund und Katze ist der Begriff der Mitgeschöpflichkeit, der Wertschätzung und Anerkennung transportiert, dabei unmittelbar einleuchtend. Aber wie steht es mit den Nutztieren?

Diese Frage wurde im Rahmen der Ausschreibung des TTN Essay-Preises 2015 gestellt. Unter dem Titel „Das Nutztier als Mitgeschöpf. Herausforderung für eine Ethik der Mensch-Tier-Beziehung“ waren fundierte und anregungsreiche Beiträge gesucht, die das Spannungsfeld der Nutztierhaltung aus der jeweiligen fachlichen Perspektive reflektierten. Bei den Adressaten – Studierenden und dem wissenschaftlichen Nachwuchs – war die Resonanz hoch.

Gewinner in der Kategorie „Studierende“: Johannes Graßmann

Das Institut TTN freut sich hiermit die Gewinner bekannt geben zu dürfen: In der Kategorie „Studierende“ wurde der TTN Essay-Preis 2015 an Johannes Graßmann für seinen Text „Schöpfung und Mitgeschöpf. Versuch über die Bestimmung der Metapher der Mitgeschöpflichkeit in theologisch-ethischen Stellungnahmen“ vergeben. Der Text skizziert Ethik vornehmlich als die Reflexion auf Kommunikationsprozesse und räumt den in einer gesellschaftlichen Debatte verwendeten Begrifflichkeiten wie Metaphern daher besondere Bedeutung ein. Johannes Graßmann studiert gegenwärtig evangelische Theologie an der Philipps-Universität Marburg.

Gewinner in der Kategorie „Wissenschaftlicher Nachwuchs“: Daniel Wawrzyniak

In der Kategorie „Wissenschaftlicher Nachwuchs“ ging der Preis an Daniel Wawrzyniak für seinen Beitrag „Der Begriff ‚Mitgeschöpf‘ – ein Platzhalter für moralische Intuitionen.“ Der Text diskutiert die Tauglichkeit christlicher Begriffe in Ethikdiskursen sowie die Herausforderungen eines „speziesübergreifenden Miteinanders“ ob konkreter Szenarien (wie beispielsweise beim so genannten „Animal Disenhancement“.) Daniel Wawrzyniak absolviert gegenwärtig den Promotionsstudiengang „Animal Welfare in Intensive Lifestock Production Systems“ an der Philosophischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen.

Dank

Der Dank des Instituts TTN geht an alle Einreichenden sowie an die Jury, die in diesem Jahr aus Dr. Carola Otterstedt (Bündnis Mensch und Tier), Prof. Dr. Peter Kunzmann (Tierärztliche Hochschule Hannover) und Dr. Stephan Schleissing bestand. Das Preisgeld von 2 x 1000 Euro wurde in diesem Jahr erneut von Professor Gerhard Wenske (Mitglied des Vereins TTN) gestiftet. Auch ihm gilt unser besonderer Dank.

Publikation in TTNedition

In der aktuellen Ausgabe der digitalen Schriftenreihe TTNedition werden die beiden Preisträgertexte sowie zwei weitere Texte publiziert, die die Jury für prämierungswürdig hielt: Benjamin Baumann geht in seinem Text „Solidarität statt Objektivität. Zur Einführung einer pragmatischen Tierethik“ der Frage nach, inwieweit es überzeugungsfähige Gründe dafür gibt, Tieren a priori solidarisch zu begegnen. Benjamin Baumann studierte „Angewandte Ethik“ an der FSU Jena, wo er im Oktober 2015 sein Promotionsprojekt begann.

Jan Grossarth setzt sich in seinem Text „Metaphorische Verneblung durch den Begriff vom Tier als Mitgeschöpf“ kritisch mit dem Terminus „Mitgeschöpf“ auseinander, der seines Erachtens die Debatten eher verwirrt. Jan Grossarth ist externer Promovend im Fach Vergleichende Kulturwissenschaften an der Universität Regensburg. Er arbeitet seit 2010 als Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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