Forschung zu Keimbahntherapie menschlicher Embryonen

Die chinesische Forschergruppe um Puping Liang veröffentlichte vor wenigen Tagen auf der open access Seite Protein & Cell ein Paper über ihren Versuch der gentechnologischen Veränderung menschlicher Embryonen mit dem Ziel der Therapie von Erbkrankheiten, wovor vor kurzem bereits führende Wissenschaftler gewarnt und ein Moratorium postuliert hatten. Die Wissenschaftsseite Phys.org informiert sachlich und knapp über die durchgeführten Experimente, deren Schwierigkeiten und Ergebnisse sowie die nun zu erwartende Debatte über ethische Grenzen. Ulrich Bahnsen erspart dagegen dem Leser der ZEIT nicht den in der medialen Berichterstattung zu biotechnologischer Forschung üblichen Frankensteinvergleich und lässt sich bereits im Titel zu wilder Interpretation der Bedeutung der Versuche hinreißen: "Der Mensch kann seine Evolution nun selbst bestimmen". Der Artikel thematisiert v.a. die mit dem Tabubruch des Eingriffes in die menschliche Keimbahn aufkommenden ethischen Fragen und deren kontroverse Betrachtbarkeit. Einen sachlichen und kritischen Bericht über die Experimente der chinesischen Forschergruppe, der Zweifel an der Seriösität der von Science und Nature (allerdings nach deren Angabe aus ethischen Gründen) abgelehnten Publikation verfasste Joachim Müller-Jung für die FAZ.