Bezahlte und unbezahlte Arbeit

Sogenannte "Care-Arbeit", also alle beruflich wie privat ausgeübte Pflege von Alten und Kranken sowie Kindererziehung und Haushalt sind dem Freitag-Autor Sebastian Dörfler zufolge im kapitalistischen Wirtschaftssystem nichts wert und werden demzufolge gar nicht (private Care-Arbeit) oder nur sehr schlecht (professionelle Care-Arbeit) bezahlt. Der Widerspruch zwischen gesellschaftlicher Geringschätzung bei gleichzeitiger Arbeitsüberlastung zeigt sich nicht nur an den niedrigen Einkommen für verantwortungsvolle Tätigkeiten wie Kinderbetreuung und Altenpflege, sondern auch am Personalnotstand in vielen Kliniken sowie am unter Einkommensschwachen dreimal mehr als unter Managern verbreiteten Burnout. Da der Löwenanteil dieser Tätigkeiten von Frauen verrichtet wird, spricht Dörfler von einem "diskriminierenden System".