Forscher entwickeln Hirnkonstrukt aus Stammzellen im Bioreaktor

Forscher Jürgen Knoblich und Madeline Lancaster vom Wiener Institut für Molekulare Biotechnologie haben aus embryonalen Stammzellen ein "Miniaturgehirn" kreiert, wie die Fachzeitschrift Nature in ihrer Ausgabe vom 28. August 2013 berichtet (vgl. doi:10.1038/nature12517). Mit der Entwicklung dieses so genannten zerebralen Organoids können sie die Entwicklung von Gehirnstrukturen imitieren, wie sie sich bis zur neunten Schwangerschaftswoche vollziehen. Die Erkenntnisse könnten dazu beitragen, Entwicklungsstörungen und Krankheiten zu untersuchen - und zwar zum Teil besser, als dies mit tierischen Modellen möglich sei, schreiben die Forscher im Fachblatt. Nach Ansicht der FAZ steht damit der "züchterischen Planung und Kontrolle des Körpers bald nicht mehr viel im Weg". Im entsprechenden Feuilletonartikel dämpft der Autor Joachim Müller-Jung allerdings die Erwartungen - oder medial stimulierten Fantasien? - auf die "Schöpfung" eines menschlichen Gehirns im Bioreaktor. Und er zitiert abschließend den Bonner Stammzellforscher mit den Worten: "Die Realisierung eines Gehirns in der Retorte bleibt dennoch außer Reichweite."