Tagungsbericht: Technik im Zeichen der Katastrophe - Zur Kultur der Kommunikation über Risiken

Vom 25. bis 27. Januar 2013 fand in der Evangelischen Akademie Tutzing die Tagung "Technik im Zeichen der Katastrophe. Zur Kultur der Kommunikation über Risiken" statt. 

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Von Prophezeiungen und Prognosen

Einst stützten sich Voraussagen von Katastrophen auf die Interpretation von Vorboten, Zeichen und Weissagungen. Die jüdisch-christliche Kultur stellte dafür ein reiches Repertoire an Deutungsmustern bereit. Es galt, der Vorsehung auf die Spur zu kommen, um sich dem drohenden Ordnungsverlust entgegen zu stemmen.

Heute vertrauen wir lieber wissenschaftlichen Prognosen. Nicht mehr die Prophezeiung, sondern die Abschätzung von Risiken bestimmt unsere Wahrnehmung. Dabei verschiebt sich die Aufmerksamkeit vom Naturunglück hin zu dem, wofür der Mensch verantwortlich ist. Klimawandel, nuklearer GAU und Welthunger sind Beispiele für Ereignisse katastrophalen Ausmaßes, die den Menschen als Verursacher ins Blickfeld rücken. Und seine Möglichkeiten, die Katastrophe aufzuhalten.

Wie der Mensch, wird auch die Technik im Zeichen der Katastrophe ambivalent wahrgenommen. Für die einen reimt sich Technik auf Fortschritt, andere sehen sie als Katalysator von Krisen. Jedenfalls scheint sie Teil des Problems und der Lösung zugleich. In den Potenzialen der Technik spiegeln wir uns selber mit unseren Erwartungen an eine bessere Welt. Doch mit dem Risiko wächst die Unsicherheit. Furcht vor der Katastrophe schafft eine eigene Wirklichkeit. Lässt sich in einem solchen Klima rational planen und vernünftig vorsorgen?

Am Ende wird uns die Technikfolgenabschätzung alleine nicht aus diesem Dilemma befreien. Wir bleiben auf eine „Zukunftsvoraussicht“ angewiesen, die dem Konstruieren, Planen und Handeln Offenheit und Sinn gewährt. 

Die Tagung ist eine Kooperationsveranstaltung des Instituts TTN und der Evangelischen Akademie Tutzing in der Reihe "Forum Ethik Interdisziplinär".

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