Dresdner Justiz auf rechtem Auge blind?

Ohne konkrete Beweise wurde ein 36-jähriger Antifaschist in Dresden für seine Teilnahme an einer Anti-Nazi-Demo, auf der er das Durchbrechen einer Polizeisperre koordiniert haben soll, zu einer Haftstrafe von 1 Jahr und 10 Monaten ohne Bewährung verurteilt. Katharina König kontrastiert dieses Urteil im ZEIT-Artikel mit der vergleichsweise milden Verurteilung von fünf Rädelsführern der verbotenen Neonazi-Gruppierung Sturm 34, gegen die wegen schwerer Körperverletzung, Sachbeschädigung und Bildung einer kriminellen Vereinigung lediglich Bewährungs- und Geldstrafen verhängt wurden, ebenfalls vom Landesgericht Dresden. Sie wertet dies zu Recht als "fatales gesellschaftspolitisches Signal" und kommt zu dem Schluss: "In Sachsen ist es – gemessen an den Urteilen – offenkundig besser, eine neonazistische kriminelle Vereinigung zu gründen, als Neonazis zu blockieren."