Grenzüberschreitende Biopolitik: Ökonomische Folgen der Regulierung von ART

In einer Studie im Israel Journal of Health Policy Research (2012, 1:15) haben die israelische Medizinethikerin und Juristin Carmel Shalev und die Innsbrucker Biochemikerin Gabriele Werner-Felmayer auf die Folgen nationalstaatlicher Regulierung der Eizellspende für den grenzüberschreitenden, reproduktionsmedizinischen "Tourismus" hingewiesen.

Dazu vergleicht die Studie die unterschiedlichen Regeln beim Umgang mit der Eizellspende in Österreich und in Israel. Obwohl in beiden Ländern die bestehende Praxis - nicht zuletzt aufgrund stark differierender kultureller Hintergründe - sehr unterschiedlich ausfällt, zeigt sich doch beide Male ein zentraler Einfluss ökonomischer Anreizstrukturen. In beiden Gesellschaften hat die Nachfrage nach einer Inanspruchnahme ausländischer Reproduktionszentren extrem zugenommen, ohne dass immer geklärt sei, ob diese auch medizinischen und ethischen Standards bei der Gewinnung und Einpflanzung von künstlich befruchteten Eizellen genügt.