Die Landwirtschaft als Projektionsfläche für unser Naturidyll

Die große Diskrepanz zwischen der modernen Agrarökonomie und unserer Sehnsucht nach dem Naturidyll ist Thema eines ausgesprochen lesenwerten Essays des Agrarwissenschaftlers Vinzent Börner, den dieser in Heft Nr. 24. der ZEIT veröffentlichte. Seine These: "In einer Gesellschaft, die in einem Ozean aus Technologie, Risiken, Entmystifizierung und undurchschaubaren globalen Zusammenhängen nach Orientierung sucht, kommt der Landwirtschaft damit die Rolle eines letzten Hafens der Gewissheit zu. Die Vereinfachung landwirtschaftlicher Produktion in der gesellschaftlichen Wahrnehmung durch Anwendung eines entsprechend simplen biologischen Modells erlaubt eine Suggestion des Verständnisses über wenigstens diesen Teil der Gesellschaft und damit den Erhalt eines Restbestandes an Kontrolle."