Rückblick und Bilder: Podiumsdiskussion über sozioökonomische Kriterien bei der Regulierung von Grüner Gentechnik

Das Center for Advanced Studies (CAS) der LMU München und das Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften (TTN) veranstalteten am 9. Mai 2012 am CAS gemeinsam eine Podiumsdiskussion zum Thema: Grüne Gentechnik bewerten und regulieren. Zur Rolle sozioökonomischer Kriterien bei Beschränkungen oder Verboten des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen.

Angesichts der EU-weiten Diskussionen um eine Nationalisierung der Anbauentscheidung von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) wurde die Frage diskutiert: Ist es sinnvoll, zusätzlich zu den naturwissenschaftlichen Kriterien der Biosicherheitsforschung auch noch soziale, ökonomische, ökologische oder regionale Erwägungen heranzuziehen, um den Anbau von GVOs zu regulieren? Und welche Erwartungen richten sich an solche Kriterien: Gefahrenabwehr, Bedarfsprüfung oder Gemeinwohlentscheid?

Unter der Moderation von Joachim Müller-Jung (FAZ) diskutierten:
Prof. Dr. Hans-Georg Dederer (Universität Passau)
Prof. Dr. Bernhard Gill (LMU)
Prof. Dr. Christof Mauch (LMU)
Prof. Dr. Jürgen Soll (LMU)
Prof. Dr. Gerhard Wenzel (TUM)

Der gegenwärtige Status-quo des Regulierungsverfahrens wurde dabei von den Teilnehmern kritisch gesehen. Insoweit ein Anbauverbot zurzeit nur mit dem Hinweis auf ein potentielles Risiko möglich ist, bleibt der Politik – so sie sich berufen fühlt, ein Verbot zu erlassen – nur die Bezugnahme auf etwaige, von der wissenschaftlichen Community oftmals harsch kritisierten Studien. Sozioökonomische Kriterien besitzen hierbei das Potential, einen eng geführten Risikodiskurs zu verlassen und die Diskussion zu öffnen. Auf der anderen Seite befürchten Befürworter, dass diese – in der Regel noch nebulös gehaltenen und schwer zu operationalisierenden – Kriterien schlussendlich dafür herangezogen werden, um politische Willensakte abzusegnen. Es zeigte sich demnach im Rahmen der Podiumsdiskussion in prägnanter Form das Spannungsfeld der Auseinandersetzung. Der Moderator des Podiums, Dr. Joachim Müller-Jung (Leiter des Wissenschaftsressorts der FAZ)  widmete dem Thema wenige Tage nach der Veranstaltung einen Leitartikel. 

 

Die Diskussion war Abschlussveranstaltung des Projektes "Landwirtschaft zwischen Idyll und Dystopie", ein Teilprojekt des Bayerischen Forschungsverbundes ForPlanta.

Impressionen