Ein ethisches Bewertungsmodell zur Grünen Gentechnik (Forschungsprojekt, 1998 – 2001)

Die Diskussion über die Grüne Gentechnik, also die gentechnische Veränderung von Pflanzen, ist in Deutschland nicht nur sehr kontrovers, sondern sie zeichnet sich auch oft durch pauschale Urteile bei Befürwortern wie bei Gegnern aus.

Um einen Beitrag zur Versachlichung dieser Diskussion zu leisten, gründete TTN einen interdisziplinär besetzten Arbeitskreis mit Naturwissenschaftlern, Industrievertretern, Gegnern der Grünen Gentechnik, Juristen, Theologen und Philosophen. Dieser Arbeitskreis diskutierte die Entwicklungen der Grünen Gentechnik anhand der Kriterien der Nachhaltigkeit (Ökologische Stabilisierung, wirtschaftlicher Wohlstand, soziale Sicherheit).

Praxisnahes Modell zur ethischen Bewertung der Grünen Gentechnik

Basierend auf diesen Diskussionen ist ein ethisches Bewertungsmodell entstanden, bei dem sich die Autoren in einer Abfolge von Reflexionsschritten ausgehend von allgemeinen Fragen des Problemkreises "Verhältnis Mensch-Natur" mit ethisch relevanten spezifischen Aspekten der Grünen Gentechnik befassten. In einem Entscheidungsbaum wurden schließlich konkrete Fallbeispiele zugeordnet und anhand des Nachhaltigkeitskriteriums ethisch bewertet.

Der Gewinn des Modells liegt darin, transparent zu machen, an welchen "Weg-Gabelungen" die verschiedenen Einschätzungen der Grünen Gentechnik voneinander abweichen, und damit zu einer differenzierteren Diskussion beizutragen. Aufgrund der strukturierten Vorgehensweise soll das Modell dem Leser auch ermöglichen, zukünftige Entwicklungen der Grünen Gentechnik eigenständig zu bewerten.