TTN Mitgliederversammlung 2010

Die alljährliche Mitgliederversammlung des Vereins zur Förderung des Dialogs zwischen Technik, Theologie und Naturwissenschaften (TTN) fand am Donnerstag, dem 17. Juni 2010 in München statt. Der Ort der Versammlung und des anschließenden Festvortrags war in diesem Jahr der Senatssal der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. In seiner Rede vor den Mitgliedern hob der Vorsitzende des Vereins Prof. Dr. Christian Albrecht, Lehrstuhlinhaber für Praktische Theologie an der LMU, die enge Verbindung zwischen dem Institut und der LMU hervor. TTN als An-Institut der LMU werde auch zukünftig den interdisziplinären Dialog zwischen Wissenschaft und der Öffentlichkeit herstellen und ethisch begleiten.

Im Bericht an die Mitglieder konnte der Geschäftsführer des Instituts TTN, Dr. Stephan Schleissing, zahlreiche neue Forschungsprojekte der TTN-Mitarbeiter mit universitären und außeruniversitären Partnern vorstellen. Auch finanziell wird TTN die kommenden Jahre solide aufgestellt sein, wie der Schatzmeister, Herr OKR Detlev Bierbaum zufrieden festellte. Eine personelle Veränderung wurde den Mitgliedern mitgeteilt: PD Dr. Heiner Aldebert wird die Koordinationsstelle für Medizinethik (KStME), die am TTN angesiedelt ist, verlassen und eine neue Stelle am Religionspädagogischen Zentrum Heilsbronn antreten. In der Versammlung wurde er mit großem Applaus für sein Engagement verabschiedet.

Im öffentlichen Teil der Mitgliederversammlung hielt Prof. Dr. Klaus Tanner, Inhaber des Lehrstuhls für Systematische Theologie und Ethik der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg, den Festvortrag zum Thema „Biowissenschaften und Ethik – Zu aktuellen Kontroversen aus Sicht evangelischer Theologie“. Darin profilierte er die Theologie als Hermeneutik ethischer Konflikte und stellte die religiösen Deutungstraditionen für die Selbstverständigungsdebatten um den Schutz des Lebens aber auch das Verständnis der Natur heraus. Gegenüber einer ontologisch fundierten Entgegensetzung von Natur und Kultur insistierte er darauf, dass der Mensch anthropologisch schon immer als grenzüberschreitendes und damit Kultur und Natur gestaltendes Wesen verstanden worden ist. Seine Analyse verband Tanner mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für die Kultivierung eines Standesethos z.B. für den Biologen in der Forschung, weil Rechtsetzungprozesse allein den komplexen Anforderungen an die Verantwortung in Forschung des Wissenschaft nicht gerecht werden könnten.

 Eindrücke der Mitgliederversammlung: