Biomedizinische Forschung am Menschen. Eine ethische Bewertung (interdisziplinäre Arbeitsgruppe)

Das Projekt „Biomedizinische Forschung am Menschen – eine ethische Bewertung“ ist eine Folgestudie der 2002 in vierter Auflage erschienenen Studie „Gentechnik: Eingriffe am Menschen. Ein Eskalationsmodell zur ethischen Bewertung“ und der 2009 erschienenen Studie „Biomedizinische Eingriffe am Menschen. Ein Stufenmodell zur ethischen Bewertung von Gen- und Zelltherapie“.

Das Projekt wird in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Praktische Theologie (Prof. Dr. Christian Albrecht) an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität durchgeführt. Es wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst  gefördert und läuft von 2009 bis 2012.

Interdisziplinäres Expertengremium

Im Rahmen der Studie setzt sich ein interdisziplinäres Expertengremium (bestehend aus Expertinnen und Experten aus den Bereichen Biologie, Medizin, Philosophie, Rechtswissenschaften und Theologie) mit brisanten Themenstellungen der biomedizinischen Forschung und deren ethischen Bewertung auseinander.

Durch die fachliche Zusammenarbeit hochrangiger wissenschaftlicher Kooperationspartner ist die Möglichkeit geboten, jeweils unterschiedliche gesellschaftliche Partizipations- und Meinungsbildungsprozesse bzw. unterschiedliche religiöse und/oder philosophische Deutungshintergründe themenzentriert zu beschreiben und zu diskutieren.

Molekularbiologische und biomedizinische Forschung

Ein Schwerpunkt des Projektes liegt insbesondere auf der Reflexion und Bewertung molekularbiologischer und biomedizinischer Forschung, die zur Entwicklung und Etablierung neuer medizinischer Verfahren nötig ist.

Notwendig ist dies aus mehreren Gründen:
1.    Die ethische Problematik und die gesellschaftliche Akzeptanz vieler medizinischer Anwendungen hängen an der ethischen Problematik ihrer Erforschung (z.B. Embryonenforschung für die Stammzellmedizin).

2.    Viele der medizinischen Anwendungsmöglichkeiten sind zu ihrer Umsetzung auf weitere intensive, ethisch unter Umständen problematische Forschungen angewiesen.

3.    Die Fortschritte der Forschung in diesem Gebiet sind rasant, unübersichtlich und ihre ethische Beurteilung äußerst schwierig. Im Einzelnen handelt es sich bei den zu behandelnden Fragestellungen z.B. um:

•    Forschung an und mit humanen embryonalen Stammzellen,
•    Forschung an iPS-Zellen (reprogrammierte adulte Zellen) und anderen Alternativen zu humanen embryonalen Stammzellen
•    Forschung an humanen Embryonen
•    Forschung an Hybrid-Embryonen
•    Forschung an der Keimbahn
•    Forschung an humanisierten Tiermodellen (Chimären)

Podiumsdiskussion

Die Publikation der Studie "Biomedizinische Eingriffe am Menschen. Ein Stufenmodell zur ethischen Bewertung von Gen- und Stammzellmedizin" war Anlass für ein Podiumsgespräch, zu dem das Institut  TTN  gemeinsam mit dem Center for Advanced Studies (CAS) der LMU am 9. Juli 2009 eingeladen hatte.

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