Öffentliche Fachtagung mit Podiumsdiskussion: »Humanbiobanken. Zwischen effizienter Forschungsinfrastruktur und der Wahrung von Persönlichkeitsrechten«

Freitag, den 28.10.2016, 9:15 - 14:00 Uhr
FAU Erlangen-Nürnberg, Senatssaal, Kollegienhaus 1.011, Universitätsstr. 15, 91054 Erlangen

Ein dichtes Netz an öffentlichen und privaten Biobanken hat sich innerhalb wie außerhalb Deutschlands in den letzten Jahren etabliert. Diese Entwicklung wird hinsichtlich der Quantität  und Qualität der Erhebung, Analyse und des Austauschs personenbezogener Daten und humanbiologischen Materials künftig noch weitere Steigerungen erfahren. Den Hoffnungen auf die Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse und therapeutischer Einsatzmöglichkeiten stehen ein fehlender einheitlicher Regelungsrahmen, ungenügend geklärte Eigentums- und Nutzungsrechte an den Proben, verschiedene Einwilligungsmodelle sowie Befürchtungen unzureichenden Schutzes der Daten und Persönlichkeitsrechte der Spender und damit Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit der Biobanken gegenüber. Umso dringlicher stellen sich Fragen einer klaren und gerechten Regulierung, die die Interessen der Forschung sowie das Grundrecht auf Wissenschaftsfreiheit mit der Wahrung der Grundrechte der spendenden Personen, insbesondere das der informationellen Selbstbestimmung und der körperlichen Unversehrtheit, zu vereinbaren vermag.

Die Vorträge und die abschließende Podiumsdiskussion bieten Interessierten aus Wissenschaft und Öffentlichkeit einen Einblick in die derzeitige Regulierung und Praxis biobankbasierter Forschung in Deutschland sowie damit verbundener ethischer und rechtlicher Fragestellungen. Diskutiert werden insbesondere verschiedene Modelle der Einwilligung in die biobankbasierte Forschung, der Augsburg-Münchner Entwurf eines Biobankgesetzes für Deutschland, Fragen der Governance und des Schutzes von Persönlichkeitsrechten im Spannungsverhältnis zu den Anforderungen an eine effiziente, international operierende Forschungsinfrastruktur.


Die Veranstaltung des bayerischen Forschungsverbundes Induzierte Pluripotente Stammzellen (ForIPS) ist kostenfrei, um Anmeldung bis zum 26.10.2016 an anja.pichl@elkb.de wird gebeten.


Programm:


Ab 9.15 Kaffee
9.30 Begrüßung durch den Sprecher des Forschungsverbundes
Prof. Dr. Jürgen Winkler, FAU Erlangen Nürnberg, TP 1
9.40 – 9.50 Kurzeinführung in das Thema
Anja Pichl, Institut TTN an der LMU, TP 15
9.50 - 10.10 Erfahrungen mit Informed Consent und Biobanken aus
Forschungsperspektive

PD Dr. Zacharias Kohl, Universitätsklinikum Erlangen, TP 1
10.10 –11.00 Biobankgesetz. Vorstellung des Augsburg-Münchner Entwurfs
Prof. Dr. Birgit Schmidt am Busch, LMU München
11.00 - 11.15 Fragen /Diskussion
11.15 -12.00 Lunch
12.00 – 12.20 Informed Consent Modelle
Hannah Schickl, FAU Erlangen Nürnberg, TP 4
12.20– 13.10 Broad Consent und Schutz von Persönlichkeitsrechten
Prof. Dr. Dr. Daniel Strech, Medizinische Hochschule Hannover
13.10– 14.00 Podiumsdiskussion
Biobanken – zwischen effizienter Forschungsinfrastruktur und der
Wahrung von Persönlichkeitsrechten – ein prinzipieller Widerspruch?

PD Dr. Zacharias Kohl, Prof. Dr. Birgit Schmidt am Busch, Prof. Dr.
Dr. Daniel Strech (Moderation: Prof. Dr. Arne Manzeschke)

 

AnhangGröße
Biobanken 2016.pdf93.06 KB