Ausschreibung TTN Essay-Preis 2015: Das Nutztier als Mitgeschöpf. Herausforderung für eine Ethik der Mensch-Tier-Beziehung.


Das Institut TTN schreibt einen Preis für einen wissenschaftlichen Essay in Höhe von 2 x 1.000 € zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses aus. Die Themenstellung im Jahr 2015 lautet:

 Das Nutztier als Mitgeschöpf. Herausforderung für eine Ethik der Mensch-Tier-Beziehung.

"Tiere sind unsere Mitgeschöpfe." Dieser Satz erfreut sich seit geraumer Zeit hoher Zustimmung und wird auch durch das geltende Tierschutzgesetz bekräftigt. Bei Heimtieren wie Hund und Katze ist der Begriff der Mitgeschöpflichkeit, der Wertschätzung und Anerkennung moralisch relevanter Interessen transportiert, dabei unmittelbar einleuchtend. Aber wie steht es bei den Nutztieren?

Nie zuvor in seiner Geschichte hat der Mensch so viele Nutztiere gehalten wie in der Gegenwart. Sie sind insofern als eine besondere Kategorie von Tieren zu begreifen als sie maßgeblich Resultat menschlicher Zuchtbemühungen sind. Was bedeutet es, Nutztiere, die zuallererst Ressource für menschliche Zwecke sind, als Mitgeschöpfe zu verstehen? Ist dies bloß Ausdruck von Heuchelei und einer Schizophrenie der Mensch-Tier-Beziehung? Liegt zwischen den Begriffen „Nutztier“ und „Mitgeschöpf“ also eine Spannung, die nicht zu befrieden ist? Oder ist durchaus sinnvoll von einer moralischen Verantwortung gegenüber Nutztieren zu sprechen, ist Nutzung und moralische Wertschätzung demnach kein notwendiger Widerspruch?

Und wie ist schließlich damit umzugehen, dass sich die gesellschaftliche Debatte rund um Nutztiere immer weiter zuspitzt? Stehen Nutztierhalter zu Recht oftmals am moralischen Pranger? Oder sind sie bloß Sündenböcke der angesprochenen Heuchelei? Wie kann die gesellschaftliche Debatte Sackgassen vermeiden und zukunftsfähige Wege einschlagen?

Gesucht werden zu all diesen Fragen keine Bekenntnisschriften – sondern wissenschaftliche Essays, die argumentativ eine Begründung ihrer Thesen erarbeiten und zum Nachdenken anregen.

Über die Ausschreibung

Der Preis wird in zwei Rubriken vergeben und richtet sich an: (1) Studierende aller Fachrichtungen (Bachelor, Master, Magister) bis zum 30. Lebensjahr sowie (2) Promovierende und wissenschaftliche Mitarbeitende aller Fachrichtungen bis zum 35. Lebensjahr.

Teilnahmeberechtigt sind entsprechend Studierende (Bachelor, Master, Magister) aller Fachrichtungen bis zum 30. Lebensjahr sowie Promovierende und wissenschaftliche Mitarbeitende aller Fachrichtungen bis zum 35. Lebensjahr. (Stichtag ist jeweils der Einsendeschlusstermin.)

Einsendeschluss ist der 1. September 2015.

Über den Preis

Der TTN Essay-Preis versteht sich als Instrument der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie einer fächerübergreifender Dialogkultur zu relevanten Fragen unserer Zeit. Das Preisgeld für das Jahr 2015 wurde von Professor Gerhard Wenske (Mitglied des Vereins TTN) gestiftet.

Über die Prämierung

Ausgezeichnet wird der preiswürdige Essay eines Studierenden sowie der preiswürdige Essay eines wissenschaftlichen Mitarbeitenden bzw. Promovierenden mit je 1.000 €. Wiederholend: Gesucht sind wissenschaftliche Essays, die argumentativ eine Begründung ihrer Thesen erarbeiten.

Angedacht ist, dass der Preisträger/die Preisträgerin im Rahmen einer öffentlichen  Tagung in der Evangelischen Akademie Tutzing am Starnberger See prämiert wird.

Über die Begutachtung

Das Auswahlverfahren weist zwei Stufen auf: Unter den anonymisierten Beiträgen trifft das Institut TTN eine Vorauswahl. Die ausgewählten Beiträge werden einer interdisziplinären Jury vorgelegt, die jeden Essay bewertet. Beide Stufen des Auswahlverfahrens folgen den Kriterien der Wissenschaftlichkeit, Verständlichkeit und Originalität. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Jury

  • Dr. Stephan Schleissing - Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts TTN und Kirchenrat für Naturwissenschaft und Technik der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

Hinweise zur Form

Einzureichen ist ein bislang unpublizierter Essay in deutscher Sprache von maximal 3000 Wörtern. (Exklusive etwaigem Literaturverzeichnis.) Die Essays werden anonym begutachtet. Daher ist folgendes zu beachten: Der Name des Autors / der Autorin darf nur auf dem Titelblatt erscheinen.

Erstellen Sie ein Titelblatt mit folgenden Angaben: 

1. Kurzer, klarer Titel; ggf. Untertitel, 

2. Name, Kontaktadresse und Geburtsdatum, 

3. Kurzer tabellarischer Lebenslauf Ihres beruflichen und akademischen Werdegangs. 

Die Manuskriptblätter sind durchzunummerieren. Der Titel ist auf jeder Seite in der Kopfzeile zu wiederholen.

Hinweise zur Einreichung

Der Essay ist per Mail einzureichen. Hierbei jedoch in zweifacher Form: Als Word-Datei wie auch als PDF-Datei.

Einreichungen bitte an folgende Emailadresse: christian.duernberger[at]elkb.de