Die Energiewende im ländlichen Raum wertorientiert kommunizieren

Laufzeit: 
1. Mai 2012 - 31. Oktober 2014

Projekttitel: Die Energiewende im ländlichen Raum wertorientiert kommunizieren.

Identität und Wandel der bayerischen Landwirtschaft angesichts der Herausforderungen von Energiewende, Klimawandel und Ernährungssicherheit

Kooperationsprojekt

Das Projekt wird in Kooperation zwischen dem Institut TTN und dem Technologie- und Förderzentrum (TFZ) im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing durchgeführt und vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert.

Kontext des Projektes

Im Zuge der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energieträger („Energiewende“) werden sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten deutliche Veränderungsprozesse ergeben, die in der Bevölkerung zu einer anderen Wahrnehmung der Kulturlandschaft, der land- und forstwirtschaftlichen Produktion und des ländlichen Raumes insgesamt führen werden. Neben der verstärkten Nutzung der Bioenergie von Wald- und Ackerflächen wird künftig der Zubau an Windkraft- und Fotovoltaikanlagen diese Entwicklung stark beeinflussen.

Vor allem seit der Beschleunigung der Energiewende nach der Katastrophe in Fukushima, zeigen sich auf breiter gesellschaftlicher Ebene heftige Auseinandersetzungen über den Umstieg auf erneuerbare Energien und vor allem auch über die damit in Zusammenhang stehenden Entwicklungen und Veränderungen im ländlichen Raum.

Denn die Energiewende ist nicht nur in den Kontext der Diskussion um den Klimawandel, Ernährungssicherheit und Nachhaltigkeit eingebettet, sondern hat massive Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung des ländlichen Raumes und der Landwirtschaft.

Wesentliches Ziel des Projektes ist es, ethische und kulturelle Werte in der Debatte zu stärken und Kommunikationsstrategien zu entwickeln, um das Verständnis von Veränderungen in der Land- und Forstbewirtschaftung sowie im Erscheinungsbild und der wirtschaftlichen Bedeutung des ländlichen Raumes seitens der Bevölkerung zu vergrößern und zu stärken.

Arbeitsschritte

Der Aufbau des Projekts ist geprägt durch drei Schritte: Beschreiben der Kommunikation über Energiewende, Verstehen der ethischen und kulturellen Dimensionen und Beraten hinsichtlich einer wertorientierten Kommunikation. Genauer umfasst das Projekt folgende Arbeitspakete:

  1. In einem ersten Schritt wird die Kommunikation der Energiewende in Bayern analysiert. Dies geschieht zum Einen durch eine Analyse des öffentlichen Diskurses (Medienanalyse, Dokumentenanalyse, Experteninterviews), zum Anderen durch eine Beschreibung der Perspektive der Lebenswelt "ländlicher Raum" (narrative Interviews und Gruppendiskussionen mit Landwirten und anderen Akteuren und Bürgern im ländlichen Raum).
  2. In einem zweiten Schritt wird ein wissenschaftlich fundierter Kriterienkatalog für eine Kommunikation entwickelt, der wesentlich auch ethische und kulturelle Aspekte umfasst.
  3. Schließlich wird in der Phase des Praxistransfers und der Implementierung, der Kriterienkatalog an konkreten Praxisbeispielen erprobt und auf Basis der Erfahrungswerte ein Kommunikationsleitfaden entwickelt. Dieser Leitfaden soll es gerade jenen Akteuren, die in Beratung, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit tätig sind, ermöglichen, die Kommunikation rund um den Wandel in der Landwirtschaft im Hinblick auf die ethischen und kulturellen Erfordernisse zu gestalten.

Das Forschungsdesign auf einen Blick

Vorgängerprojekt

Das Projekt baut auf den Ergebnissen einer früheren Kooperation zwischen dem Institut TTN und dem TFZ Straubing auf. Alle Informationen zu diesem früheren Projekt "Technologische Innovation und gesellschaftliche Verantwortung – Herausforderungen der bayerischen Landwirtschaft bei der Bereitstellung von Bioenergie angesichts des Klimawandels" finden Sie hier

 

Zur Abschlusspublikation: "Energie aus Biomasse - ein ethisches Diskussionsmodell"