Tagungsbericht: Geteilte Wahrheit

„Geteilte Wahrheit? Zum Wahrheitsbegriff in den Wissenschaften“

organisiert vom TRAFO München
vom 27.- 30.Juli 2009
in Kooperation mit der Studienhaus-Stiftung

Das TRAFO München (Transdisziplinäres Forum) ist eine Gruppe Nachwuchswissenschaftler aus dem Raum München, die im Sommer 2007 gegründet wurde. Die Idee des Forums entstand während einer deutsch-französischen Sommeruniversität, organisiert vom bayerisch-französischen Hochschulzentrum; danach entschlossen sich einige Teilnehmer, sich regelmäßig in einem interdisziplinären Diskussionskreis zu treffen. Zu den monatlich stattfindenden Treffen kamen sukzessive auch neue Teilnehmer, so dass sich schließlich ein Kreis von sechs bis zehn Personen aus verschiedensten Disziplinen herauskristallisierte. Verbindendes Element des Forums ist das Interesse am interdisziplinären Austausch über Themen, die in jeder Disziplin Relevanz besitzen. So haben wir uns zum Beispiel mehrmals mit allgemeinen Problemen der Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams beschäftigt, erkenntnistheoretische Fragen unterschiedlicher Disziplinen diskutiert, wie auch wissenschaftstheoretische Grundbegriffe im gemeinsamen Gespräch erörtert.

Das Seminar „Geteilte Wahrheit?“

Das Sommerseminar gab uns die Möglichkeit, ein Thema intensiv in mehreren Tagen zu diskutieren und Beiträge aus den verschiedenen Disziplinen zu bündeln. Als geeignetes Thema bot sich der Begriff der „Wahrheit“ und die Frage nach einem gemeinsamen Verständnis davon, was wahr ist.  Elf Nachwuchswissenschaftler aus Philosophie, Theologie, Elektrotechnik, Pädagogik, Geographie, Neuro-, Politik-, Theater- und Rechtswissenschaften trafen sich auf Gut Schönwag zu diesem dreitägigen Seminar. In den dreistündigen thematischen Blöcken bestand zunächst die Möglichkeit, sich individuell mit der Textgrundlage der Einheit zu befassen, um daran ein Impulsreferat und eine allgemeine Diskussionsrunde anzuschließen. Die abschließenden Diskussionsrunden waren geprägt von einer intensiven Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema und regem Austausch. Die drei Tage waren unterteilt in je zwei Themenblöcke; die Themen waren im Einzelnen:

1. Wahrheitstheorien: Darstellung der verschiedenen Ansätze in der Philosophie (Korrespondenz-, Redundanz-, Kohärenz-, Konsenstheorie)
2. John Dewey: Logik, Theorie der Forschung; Popper: Logik der Forschung
3. Ulfried Neumann: Wahrheit im Recht
4. Ludwig Fleck: Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache, Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv
5. Changeux: The physiology of truth
6. Resümee und Reflexion über das Seminar und den Wahrheitsbegriff

Für die Freizeit bot uns das Tagungshaus genug Möglichkeiten; die Zeit füllten wir mit gemeinsamem Kochen und Grillen, mit Volleyballspielen, schwimmen, Gesprächen und weiteren Diskussionen.